Ein 6 Meter Kastenwagen Wohnmobil als Alltagsfahrzeug?

Wer mit dem Gedanken spielt, sich ein Wohnmobil auf Kastenwagenbasis anzuschaffen, kommt vermutlich auch zur Überlegung, ob so ein Kasten eventuell auch als Alltagswagen tauglich ist und „Erstwagen“ sein kann.

Gründe die dafür sprechen:

1. Wenn der Sparstrumpf eine überschaubaure Größe hat, kann oder will man nicht mal eben ca. 40.000€ oder mehr nur für ein paar Wochen Urlaub im Jahr ausgeben und sich ein Kastenwomo als Zweitwagen in die Ecke (falls man eine hat) stellen.

2. Auch im Alltag, z.B. beim Besuch im Baumarkt oder im schwedischen Möbelhaus, ist so ein Kasten durchaus für Transporte geeignet, die mit nem PKW nicht möglich sind.

3. Wenn man beruflich viel unterwegs ist, oder lange Strecken pendeln muss, kann so ein Kühlschrank oder die Toilette ein angenehmer Begleiter sein. Autobahnsperrungen verlieren im Kastenwomo ihren Schrecken 🙂

Diese Liste könnte sicherlich noch weiter ausgeführt werden, aber wenn man derzeit nen „normalen“ PKW fährt, ist die Liste der Bedenken vermutlich länger:

1. Habe ich zu Hause einen geeigneten Parkplatz für nen 6m Kasten?
2. Kann ich am Arbeitsplatz damit parken?
3. Komme ich damit in engen Innenstädten klar?
4. Ist der Kasten im Alltag nicht einfach nur unhandlich?
5. Reicht mir das, wenn ich auf der Autobahn nur noch max. 130 km/h fahre?

Auch diese Liste ist vermutlich noch länger, aber in der Regel drehen sich die meisten Bedenken um die Größe des Kastens.

Meine Erfahrung nach einem Jahr mit dem Kasten als mein Alltagsfahrzeug:

Für mich klappt das!

Die Fragen 1 und 2 (parken zu Hause und am Arbeitsplatz) müssen allerdings mit ja beantwortet werden, sonst klappt das wohl nicht, wenn man nicht auf ÖPNV umsteigen kann oder will.

Zu Hause parke ich auf einem (zwar nicht sehr geräumigen) privaten Parkdeck. In der Garage unten rechts steht der Wagen meiner besseren Hälfte. Von dort kann ich auch ein Stromkabel zum Kasten hoch legen, falls man zu Hause doch mal Landstrom benötigt. Diesen Luxus hat man alledings nicht, wenn man gar keinen festen oder nur nen Tiefgaragenplatz daheim hat.

Am Arbeitsplatz hab ich keinen festen Parkplatz. Dort gilt, wer zuerst kommt parkt zuerst. Als der Kasten neu war, waren einige Kollegen not so amused, als ich mit dem Schiff ankam. Aber ich kann dort immer so parken, dass die Größe des Kastens nicht stört und ich nicht zwei Plätze benötige.
Also auch kein Problem.

Parken im Alltag:
Man steht auf normalen Parkplätzen natürlich immer etwas über.

Aber eigentlich hat sich bisher immer ein Platz gefunden, wo man mit dem Heck über irgendeinen Grünstreifen oder so drüber ragen konnte. Beim Einkaufen parke ich abseits vom Getümmel. Selbst wenn man links und rechts eng zugeparkt wird (der Kasten ist ja auch recht breit) ist das kein Problem. Durch die Schiebetür kommt man immer rein oder raus.

Parken am Straßenrand. Da fährt man u.U. auch etwas länger, bis man ne Lücke in passender Länge findet, aber auch an Touristenorten klappt das.

Fahren in engen Innenstädten:
Ja ist eng, ja man muss auf die Außenspiegel aufpassen, aber dafür hat man eine tolle Übersicht, weil man so hoch sitzt. An die angenehme Höhe und die große Bewegungsfreiheit im Kasten gewöhnt man sich übrigens sehr schnell.
Das ist dann eher gruselig, wenn man mal wieder mit nem „normalen“ Auto fährt.

Ich sag mir immer: Die ganzen Paketboten fahren noch größere Kästen und kommen auch überall hin. Übung macht den Meister!
Auch solche, im ersten Moment beängstigende und steile Gassen kann man befahren…

Nutzt man den Kasten als Alltagsfahrzeug hat das aber durchaus auch Vorteile:

1. Man wird einfach sicherer beim fahren und parken, als wenn man ihn nur im Urlaub nutzt.
2. Der Kasten steht sich nicht die Räder eckig. Ich hab die Erfahrung gemacht, dass Autos durchs rumstehen nicht besser werden, eher im Gegenteil.
3. Auch auf dem Weg zur Arbeit hat man irgendwie immer ein wenig Urlaubsfeeling.
4. Die Unterhaltskosten für ein weiteres Fahrzeug entfallen, auch die Versicherungsprämie ist deutlich günstiger, wenn der Kasten Erstfahrzeug ist.

Lange Rede kurzer Sinn: Ja, ein 6m Kastenwomo als Alltagsfahrzeug kann auch möglich sein, wenn man noch berufstätig ist.
Ein paar Kompromisse muss man eingehen, aber muss man das als Camper nicht auch?

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3 Kommentare Gib deinen ab

  1. siggi sagt:

    hallo marcus

    eine schöne aufzählung der vor-und nachteile eures kastenwagens
    hast du da aufgestellt.
    einen vorteil hast du allerdings vergessen………….
    ihr könnt viel mehr kurzurlaube machen als vorher weil man einfach
    flexibler mit seinen wochenenden sein kann.

    schönen gruss
    siggi 🙂

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  2. Marcus sagt:

    Hallo Siggi, das stimmt natürlich. Aber das ist ja eher ein prinzipielles Argument für nen Kasten und hat nicht so viel mit der Alltagstauglichkeit zu tun.

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  3. ur42reisen sagt:

    Hallo Marcus
    Da kann ich dir nur zustimmen. Wir fahren einen Clever Flex 636, auch als Alltagsfahrzeug. Selbst das geht seit 6 Monaten bis jetzt ohne Probleme.

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